Verbesserte Wölfe können trotz 3:13 in Neuwied Tempo teilweise mitgehen
3:13 beim EHC Neuwied – das hört sich nicht so deutlich an wie im Hinspiel und war es auch bei weitem nicht für den TSV SCHOTT Mainz im Rheinland-Pfalz-Pokal. Jeweils ein Tor fiel zudem in den Schlusssekunden jedes Drittels; zumindest diese Treffer waren letztlich ärgerlich und zeigten den Mainzern in aller Deutlichkeit auf, dass solche Nachlässigkeiten von der individuellen Klasse eines Oberliga-Anwärters gnadenlos bestraft werden. Trotzdem hinterließ der Hessenligist eine achtenswerte Visitenkarte, konnte erhobenen Hauptes das Ice House verlassen und wird sich nun intensiv auf das Playoff-Halbfinale gegen die EG Diez-Limburg (24. und 26. Februar) vorbereiten.
Eishockey-Rheinland-Pfalz-Pokal, Halbfinal-Rückspiel: EHC Neuwied – TSV SCHOTT Mainz 13:3 (4:1, 5:1, 4:1). Erneut fehlten verletzt und beruflich verhindert zahlreiche Akteure, doch die Wölfe zeigten sich unbeeindruckt von diesem Handicap und waren trotz des frühen 0:1-Rückstands (2.) gleich voll im Spiel. Vaclav Cimburek gelang mit einer technisch feinen Einzelleistung von den linken Bandenseite kommend der zu diesem Zeitpunkt nicht mal unverdiente 1:1-Ausgleich (9.). „Ich kann meiner Mannschaft diesmal keinen Vorwurf machen. Wir waren von Beginn an im Spiel und konnten phasenweise das Tempo mitgehen“, zeigte sich der Mainzer Bandenchef Holger Pöritzsch zufrieden. Das Remis hielt bis zur 18. Spielminute. Ehe die Teams das erste Mal in die Kabinen gingen, schlugen die Bären allerdings noch dreimal zu, wobei Tor Nummer vier drei Sekunden vor der Sirene fiel; Torschütze Dennis Stroecks wurde bei seinem Solo einfach nicht energisch genug gestört.
Trotzdem konnte Mainz zufrieden sein mit der eigenen Leistung. Und auch im weiteren Spielverlauf demonstrierten die Wölfe, dass sie bereit waren, mit vollem Elan dagegenzuhalten. „Wir haben uns gut verkauft“, betonte Pöritzsch – ein reiner Sparringspartner war seine Mannschaft am Sonntagabend jedenfalls nicht. Sie erarbeitete sich selbst Chancen gegen keinesfalls nachlässige Hausherren, die den über 450 Zuschauern etwas für das Eintrittsgeld bieten wollten. Daniel Novak klinkte im Slot ein präzises Zuspiel von Cimburek zum 2:6 ein (32.). Zu Beginn des Schlussdrittels wurde erneut Novak an der gegnerischen Blauen Linie vom diesmal als Verteidiger aufgebotenen Robert Dalaker mustergültig bedient und vollstreckte mit der Rückhand zum 3:9 (52.).
Für sein engagiertes Team hätte sich Trainer Pöritzsch ein etwas knapperes Ergebnis gewünscht. „Man sieht aber auch, dass Neuwied im Abschluss einfach abgezockter und erfahrener war als wir.“ Der Unterschied zwischen einem Hessenligisten und einem Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur Oberliga sei eben klar zum Tragen gekommen. „Während du in der Hessenliga den einen oder anderen Fehler ausbügeln kannst, werden gegen ein Team von der Qualität Neuwieds individuelle Fehler meist direkt mit einem Gegentreffer bestraft“, resümierte Pöritzsch.
Gleichwohl waren gerade diese fordernden Pokal-Halbfinalspiele eine gute Möglichkeit, sich für die nun anstehenden Hessenliga-Playoffs ein höheres Tempo anzueignen. „Mit Blick auf die Partien gegen Diez-Limburg ist mir jedenfalls nicht bange“, so der Coach. „Wenn wir den Schwung mitnehmen, sehe ich gute Chancen, ins Ligafinale einziehen zu können.“ Zur Erinnerung: Das Hinspiel in Diez steigt am Freitag, 24. Februar, um 20 Uhr, das Rückspiel findet bereits zwei Tage später am Sonntag, 26. Februar, um 18.15 Uhr in der Eissporthalle am Bruchweg statt.
Einen Videobericht zum Spiel gibt es hier.
Mainz: Teisler (ab 29:43 Stromberg); Hitzelberger, Dalaker; Horcicka, Heise; Cimburek, Kaliszewski, Lohse; Schemenauer, Eisenträger, Novak; Wilts, Reccius.
Tore: 1:0 (2.) Bill (Kiedewicz, Hergt), 1:1 (9.) Cimburek, 2:1 (18.) Halfmann (Reschetnikow), 3:1 (18.) Blumenhofen (Reschetnikow), 4:1 (20.) Stroecks (Rodens), 5:1 (23.) Bill (Stevenson), 6:1 (30.) Bill (Kiedewicz, A. Czajka), 6:2 (32.) Novak (Cimburek, Eisenträger), 7:2 (32.) Hamann (C. Czajka, Stevenson), 8:2 (35.) Büermann (Blumenhofen, Reschetnikow), 9:2 (40.) Büermann (Halfmann), 9:3 (42.) Novak (Dalaker), 10:3 (44.) Büermann (Blumenhofen, Reschetnikow), 11:3 (48.) Blumenhofen (Halfmann, Wichterich), 12:3 (53.) Hamann (Kley, Kühlem), 13:3 (60.) Blumenhofen (Büermann).
Strafminuten: Neuwied 10 – Mainz 16.
Anschließend leistete sich Mainz allerdings einige teils unnötige Strafzeiten. Negativer Höhepunkt war die umstrittene Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Bastian Hitzelberger, der seinen Gegenspieler Herbel bei einem Hüftcheck unglücklich mit dem Knie traf und dafür unter die Dusche musste; zwei Minuten hätten es in dieser Szene sicherlich auch getan (39.). Die Wölfe spielten ab der 34. Spielminute zehn Minuten lang fast ausschließlich in Unterzahl und schafften es nicht, Scharfschütze Herbel gänzlich aus dem Spiel zu nehmen. Der traf in doppelter Überzahl zwei weitere Male (36., 44.) und legte Martin Homolas 3:6 auf (40.). Pöritzschs Team hatte somit im letzten Drittel ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, überstand diese Phase jedoch schadlos und konnte sich dabei auf Schlussmann Marc Stromberg an alter Wirkungsstätte verlassen. Auf der Gegenseite wurden einige Gelegenheiten zur endgültigen Entscheidung verpasst. „Daran müssen wir arbeiten“, sagte Pöritzsch.
Als Beleg für die mannschaftliche Geschlossenheit reicht ein Blick in die Statistik, in der sich fast alle Spieler als Torschützen verewigten. „Jeder hatte gestern seinen Anteil an diesem hervorragenden Sieg. Zudem war bei 20 Toren kein einziger Alleingang dabei, alle Tore waren herausgespielt“, geizte Pöritzsch nicht mit Lob. Die Chemie im Team stimmt also – ein Umstand, welcher in der nun anbrechenden heißen Saisonphase ein Trumpf sein kann. „Ich bin mir sicher, dass wir mit dieser Einstellung noch einiges erreichen können“, sagte der Coach.





