Wölfe wollen sich vor den Playoffs in Neuwied „bestmöglich“ verkaufen
Bevor Ende Februar mit dem Halbfinal-Doppelpack gegen Diez-Limburg die Hessenliga-Playoffs starten, wartet auf den TSV SCHOTT Mainz am Sonntag (19 Uhr) ein weiterer schwerer Gang im Rheinland-Pfalz-Pokal. Die Wölfe reisen zum Rückspiel nach Neuwied, das nach der 1:15-Schlappe im Hinspiel im Prinzip nur noch eine Formsache zu sein scheint – und erneut plagen sie sich mit erheblichen Personalproblemen. „Derzeit ist es wie verhext. Unser primäres Ziel muss es gleichwohl sein, unser Bestmögliches zu geben und ein gutes Spiel abzuliefern“, sagt Trainer Holger Pöritzsch.
Zwar kehren voraussichtlich Bastian Hitzelberger, Philippe Heise, Stefan Eisenträger und möglicherweise Patric Kaliszewski zurück; gleichzeitig fallen diesmal jedoch Hinspieltorschütze Martin Sagula, Bernhard Naulin, Thomas Heinecke und Erol Posacki berufsbedingt aus, hinter Robert Dalaker steht ein Fragezeichen. Andere Spieler sind noch immer verletzt. Das alles sind keine rosigen Aussichten (Pöritzsch: „So viele Ausfälle habe ich in meiner gesamten Eishockeykarriere noch nie erlebt“), doch für Mainz gilt es, das Beste aus der Situation zu machen und eine achtbare Visitenkarte im Neuwieder Ice House abzugeben. Bandenchef Pöritzsch ist „davon überzeugt, dass meine Mannschaft das Potenzial hat, den Bären drei Drittel lang ein guter Gegner zu sein“.
Dazu müsse sie aber schon vor dem ersten Bully den Schalter umlegen, ansonsten drohe man wie im Hinspiel überrollt zu werden vor einer vermutlich ordentlichen Kulisse. „Neuwied wird keinen Gang zurückschalten oder eine B-Mannschaft aufs Eis schicken“, ist sich der Coach sicher. „Wenn unsere Leistung diesmal stimmt, können wir erhobenen Hauptes vom Eis gehen“ – und den Blick auf die nächste Aufgabe richten, die am 24. zunächst auswärts und 26. Februar im Rückspiel am Bruchweg dann wieder EG Diez-Limburg heißt.
„Für uns wird es dennoch ein Spiel wie jedes andere sein. Zusätzliche Brisanz werden wir nicht reinbringen“, sagt der Mainzer Übungsleiter Holger Pöritzsch. Er hat bis zur vergangenen Saison auf der anderen Seite hinter der Bande gestanden. Für den Trainer ist es ebenso die erste Rückkehr nach Limburg wie für die Spieler Marc Stromberg, Stephan Lohse und René Czajka, wobei Letzterer mit einer Handverletzung fraglich ist. „Wir werden uns ausschließlich auf Eishockey konzentrieren“, will Pöritzsch sein Team fokussieren. Nebengeräusche interessierten da nicht, auch wenn aus dem alten und vermutlich noch immer recht vertrauten Umfeld „die eine oder andere verbale Keule“ kam.
Naulin spielte bis zu seinem vorläufigen Karriereende vor rund dreieinhalb Jahren beim ambitionierten EC Bad Nauheim. Dort kam der 36-jährige Stürmer meist in der Regionalliga zum Einsatz, hat aber auch Oberliga- und sogar Zweitliga-Erfahrung aufzuweisen. Den Überzeugungskünsten des Mainzer Leistungsträgers Michael Horcicka ist es wohl zu verdanken, dass Naulin, der in jüngeren Jahren bei einer amerikanischen Universitätsmannschaft reifte, die Wölfe im neuen Jahr verstärkt. Beide gehörten vor Jahren gemeinsam dem Oberliga-Kader der Roten Teufel an. Trotz seiner mehrjährigen Abstinenz habe er gleich in den ersten beiden Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft einen super Eindruck hinterlassen, sagt Wölfe-Trainer Holger Pöritzsch: „Aufgrund seines Könnens und seiner langjährigen Erfahrung wird er eine Verstärkung für das Team sein.“






