Wermutstropfen trotz 9:6-Sieg in Wiesbaden: Michalek schwer verletzt
„Die Mannschaft hat sich selbst ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk gemacht“: Holger Pöritzsch, Trainer des Eishockey-Hessenligisten TSV SCHOTT Mainz, war nach dem 9:6 (4:1, 4:3, 1:2)-Auswärtserfolg beim EV Wiesbaden erleichtert und hochzufrieden. Der Playoff-Einzug ist vorzeitig geschafft, in den beiden letzten Hauptrundenspielen im Januar soll der zweite Platz und damit eine günstige Ausgangsposition für die Endrunde gesichert werden. Nur einem war überhaupt nicht nach Feiern zumute: Pavel Michalek verletzte sich schon im ersten Drittel schwer an der Schulter.
EV Wiesbaden – TSV SCHOTT Mainz 6:9 (1:4, 3:4, 2:1). Aufgrund der weiterhin bestehenden Personalsorgen standen Pöritzsch in der Henkell-Kunsteisbahn lediglich zwei Reihen zur Verfügung. Schon im ersten Drittel wurde der Kader weiter dezimiert, weil Verteidiger Michalek mit einer schweren Verletzung ausschied – Diagnose: Schultereckgelenk zertrümmert und sämtliche Bänder gerissen. Schon am Mittwoch soll die Mainzer Nummer 6 operiert werden, seine Saison ist natürlich gelaufen. Insofern gewannen die Mainzer das Derby auch für ihren Mitspieler.
Zwei Faktoren spielten ihnen in die Karten: die eigene Disziplin (Mainz blieb im gesamten Spiel ohne Strafzeit!) bei gleichzeitiger gegnerischer Disziplinlosigkeit (zwei Matchstrafen) sowie die taktische Disziplin. Besonders im ersten Spielabschnitt überrumpelten die Wölfe ihren Gegner mit defensiver Grundausrichtung und blitzschnellem Konterspiel. Dieses Rezept ging voll auf und führte zu einer 4:0-Führung durch Treffer von Philippe Heise, Daniel Novak, Robert Dalaker und erneut Novak. „Ich muss der Mannschaft ein riesen Kompliment machen: Alle haben meine taktischen Vorgaben perfekt umgesetzt“, schwärmte Trainer Pöritzsch. „So ist uns Wiesbaden insbesondere im ersten Drittel ins offene Messer gelaufen.“
Bis zur 34. Spielminute baute Mainz die Führung durch Michael Horcicka, Heise, erneut Horcicka und Novak auf 8:2 aus, womit die Entscheidung längst gefallen war. Es erwies sich anschließend gleichwohl als Vorteil, dass sich die Wölfe ein Polster verschafft hatten, von dem sie nun zehren konnten. Denn mit nur neun Feldspielern und schwindenden Kräften mussten sie sich auf reine Abwehrarbeit verlagern, was aufgrund eines großen kämpferischen Einsatzes von Erfolg gekrönt war. In einer homogenen Mannschaft machte Pöritzsch die dreifachen Torschützen Horcicka und Novak als Matchwinner aus, die ihn auch mit mannschaftsdienlichem Einsatz überzeugten. Als symbolische Geste brachte der Bandenchef in den letzten beiden Spielminuten Backup Lutz Teisler für den wieder starken Marc Stromberg zwischen die Pfosten, „um zu zeigen, dass alle aus dem Rumpfteam gemeinsam für den Sieg verantwortlich waren“.
„Die Frage nach der Nummer eins am Rhein dürfte damit eindeutig beantwortet sein. Jetzt können wir mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen“, resümierte Pöritzsch. Die Konzentration gilt im neuen Jahr dem letzten Heimauftritt gegen die Ice Devils Bad Nauheim (15. Januar, 18.15 Uhr) sowie dem abschließenden Auswärtsspiel bei der EG Diez-Limburg (22. Januar, 19.15 Uhr). In der Heimat des Trainers ist nach der Auftaktniederlage im Penaltyschießen eine Rechnung zu begleichen.
Mainz: Stromberg (58:00 Teisler); Bergmann, Michalek; Heise, Bianchi; Horcicka, Dalaker, Novak; Schemenauer, Eisenträger, Wilts.
Tore: 0:1 (10.) Heise (Eisenträger, 5-4), 0:2 (11.) Novak (Dalaker), 0:3 (13.) Dalaker (Novak), 0:4 (15.) Novak (Heise, 5-3), 1:4 (20.) Möller (Gebel), 1:5 (22.) Horcicka (Novak, 5-4), 1:6 (22.) Heise (Horcicka, 5-4), 2:6 (24.) Möller (4-5), 2:7 (26.), Horcicka (Dalaker), 2:8 (34.) Novak (Horcicka, 5-4), 3:8 (35.) Brauer, 4-5), 4:8 (36.) Brauer (Möller, 4-5), 5:8 (51.) Möller (Ortlieb), 5:9 (58.) Horcicka (Eisenträger), 6:9 (60.) Brauer (Schwedler).
Strafminuten: Wiesbaden 8 + 10 (Viggiani) + Matchstrafe (Gebel, Viggiani) – Mainz 0.


